Stolpersteine halten Erinnerungen wach

Stolpersteine, das sind Pflastersteine mit Inschriften, eingraviert in eine Oberfläche aus Messing:
Namen, Lebensdaten, Lebensende. Vor den letzten frei gewählten Wohnhäusern erinnern sie an frühere Nachbarn, die Opfer des NS-Terrors wurden.

In Reinickendorf stolpert man immer wieder über diese kleinen Orte der Erinnerung, verlegt von der lokalen Initiative, manchmal von Privatpersonen oder Nachkommen initiiert. Damit diese Pflastersteine erhalten bleiben und nicht übersehen werden, bedürfen sie immer wieder der Pflege.

Die OG Reinickendorf-Ost von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Reinickendorf lud für den 30. Mai erneut zum Putzen der Gedenksteine und zum Verlesen der Biografien der ehemaligen Nachbarn ein, dieses Mal im Kiez zwischen der Residenzstraße und der Provinzstraße. Die Menschen, die das NS-Regime aus diesem Quartier verschleppte und tötete waren: ein jüdischer Arzt, der sich der Deportation durch Selbsttötung entzog, mehrere Personen mit psychischen Problemen und körperlichen Beeinträchtigungen, ein Arbeiter, der im sozialistischen Milieu aktiv war und einen Verfolgten versteckt hatte, vier Familienmitglieder, die jüdische Großeltern hatten und längst christlich getauft waren.

All diese Schicksale spielten sich ab in Straßen, in denen wir täglich unterwegs sind: Residenzstraße, Kühleweinstraße, Papierstraße, Granatenstraße, Provinzstraße und Hoppestraße. Nach der Reinigung wieder glänzend und für Passanten sichtbar, ermahnen uns die Stolpersteine, wachsam zu sein und uns menschenfeindlichen Bestrebungen zu widersetzen.

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