Mehr Stadtgrün in Reinickendorf – Bündnisgrüne diskutieren über die Chancen des Klimaanpassungsgesetzes

PRESSEMITTEILUNG BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Kreisverband Berlin-Reinickendorf, 02.02.2026

Nach dem vom Abgeordnetenhaus am 03.11.2025 beschlossenen Klimaanpassungsgesetzes (BäumePlus-Gesetz) soll es im Jahr 2040 eine Million gesunde Stadtbäume in Berlin geben, ergänzt durch zusätzliches Stadtgrün und Maßnahmen u.a. zur Regenwasserversickerung im öffentlichen Raum. Das war das zentrale Thema einer Podiumsdiskussion des bündnisgrünen Kreisverbands am Mittwoch, den 28. Januar 2026 im „Transformator“ in Frohnau. Auf dem Podium vertreten waren Korinna Stephan (grüne Stadträtin für Stadtentwicklung), Lioba Lissner vom Bund Deutscher Landschaftsarchitekt:innen (bdla) und Jochen Flenker, Leiter Grünflächenamt Charlottenburg-Wilmersdorf. Moderiert wurde die Veranstaltung von Andreas Rietz, stadtentwicklungspolitischer Sprecher der grünen Fraktion in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV).

Mit dem Gesetz sollen die geforderten Klimaanpassungsziele erreicht und in einem integrierten Vorgehen umgesetzt werden. So soll zum Beispiel in einem ersten Schritt bis zum 31.12.2027 der Straßenbaumbestand im Umfang von 440.000 Bäumen wieder hergestellt und in einem gesunden Zustand sein. In definierten Hitzevierteln soll je Straßenabschnitt auf jeder Straßenseite und auf allen ausreichend breiten Mittelsteifen im Durchschnitt mindestens alle 15 Meter ein gesunder Straßenbaum stehen.

Sieht man sich vor dem Hintergrund des Gesetzes die bisher in Reinickendorf ergriffenen Maßnahmen zur Hitzeresilienz und Klimaanpassung an, so sind sie ein Anfang, aber bei weitem nicht ausreichend. Insbesondere im Bereich der Begrünung ist erheblich Luft nach oben. So schafft es der Bezirk derzeit nicht einmal ansatzweise die abgängigen Bäume im öffentlichen Raum zu ersetzen. Mal völlig abgesehen von den aktuellen Sturmschäden. Die Schaffung zusätzlicher kleiner, gut verteilter Grünflächen zum Hitzeschutz, wie es z.B. im Klimaanpassungsgesetz gefordert wird, sehen wir im Bezirk bisher nur an wenigen Stellen, zum Beispiel mit den PikoParks, die in einigen Wohnanlagen entstanden sind.

Auf dem Podium besteht Einigkeit, dass die im Gesetz beschriebenen Maßnahmen vor dem Hintergrund des Klimawandels unbedingt umgesetzt werden sollten. Im Detail sind jedoch noch viele Fragen zu klären, zum Beispiel wie entsprechende Standorte für zusätzliche Bäume in Konkurrenz zu anderen Anforderungen im Straßenraum, wie der  Führung von Versorgungsleitungen gefunden werden können oder woher die große Anzahl junger Bäume bezogen werden können.

Wie Korinna Stephan ausführt, laufen im Stadtplanungsamt bereits verschiedene Maßnahmen, um die Grundlagen für die Umsetzung des Gesetzes zu schaffen. So stellt sie fest: „Das Gesetz bedeutet eine große Chance für Berlin und ist gleichzeitig auch eine große Herausforderung. Wichtig ist, nun in Planungen einzusteigen, um gute Flächen und Standorte zu finden. Dafür braucht es eine schnelle Finanzierung für die Stadtplanung.“

Für Reinickendorf lässt sich einiges aus anderen Bezirken lernen, die hier bereits wichtige Vorarbeiten geleistet haben. So fasst Jochen Flenker zusammen: „Das Klimaanpassungsgesetz bietet viele Chancen das Stadtgrün in Berlin zu stärken. In Charlottenburg-Wilmersdorf haben wir bereits konkrete Umsetzungsstrategien erarbeitet und werden bereits 2026 in die Umsetzung des neuen Gesetzes starten.“

Aus dem Publikum kam u.a. der Verweis auf die Planungen zum Umbau der Ollenhauerstraße und die laufende Petition mit der Forderung eines Moratoriums, um die Planung angesichts des Klimawandels noch einmal überprüfen zu können. Diese Forderung hat auch die Fraktion in einem Antrag gestellt, der derzeit in den Ausschüssen der BVV beraten wird.

Mit einer grundsätzlich positiven Einschätzung sieht Lioba Lissnerauf die Chancen zur Umsetzung des Klimaanpassungsgesetzes und fasst dies in ihrem Statement so zusammen: „Was wir brauchen, um die Herausforderung des klimagerechten Stadtumbaus anzupacken, sind vor allem Mut, Hartnäckigkeit und das Wissen, dass wir zusammen viel mehr schaffen können als jede*r für sich allein.“

Foto: Janna Voßnacker,
v.l. Andreas Rietz, Korinna Stephan, Lioba Lissner, Jochen Flenker

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