Bewegende Mahnwache des „Bündnis Reinickendorf gegen Rechts“ zum“Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus“

PRESSEMITTEILUNG:
Berlin, 28.01.2026

Rund 75 Personen folgten dem Aufruf des Bündnisses und gedachten, ohne
Beteiligung der AfD, am Gedenkort Eichborndamm 238 der Opfer des
Nationalsozialismus. Es war eine Alternative zur fast zeitgleich stattfindenden
offiziellen Gedenkveranstaltung der BVV und des BA, an der auch die AfD teilnahm.
In emotional bewegenden Beiträgen wurde über die Geschichte dieses Gedenkortes
informiert und einige Biografien der hier getöteten sogenannten
„Reichsausschusskinder“ vorgetragen.

Von 1942 bis 1945 starben hier mindestens 81 Kinder an den Folgen von
medizinischen Experimenten der „Kinderfachabteilung“ der Nervenklinik
Wiesengrund.

In Redebeiträgen wurde beklagt, dass die beteiligten Ärzte Beispiele für viele seien,
die ungestraft die menschenverachtende Ideologie des Nationalsozialismus in die
ersten Jahrzehnte der Bundesrepublik mitgenommen haben und dass wir heute
wieder Anzeichen für ein Wiederaufleben dieser Ideologie sehen.
Auch wurde darauf hingewiesen, dass heute wieder rechtsextreme Parteien
versuchen zu polarisieren, die Bandbreite des Sagbaren zu erweitern um eine
menschenfeindliche Politik in Bezug auf Inklusion und Migration durchzusetzen.
Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand die Botschaft „Nie wieder Faschismus“, die
auch auf dem zentralen Banner deutlich sichtbar gemacht wurde.
Das Putzen der Stolpersteine vor Ort, eine Schweigeminute und das Niederlegen von
Blumen und Kerzen an der Gedenktafel bildeten den würdevollen Abschluss dieser
bewegenden Mahnwache.

Foto: Hinrich Westerkampf